Kommunikation: Smart Talk statt Smalltalk!

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Kommunikation: Smart Talk statt Smalltalk!

Da stehen Sie also. Auf der Familienfeier, in der Teeküche Ihres Betriebs, in der Bar. Ihnen gegenüber: Ihre schwerreiche Erbtante, Ihr neuer Chef, ein äußerst attraktives Exemplar des anderen Geschlechts. Sie wissen: Jetzt kommt es darauf an! Das ist Ihre Chance, durch inspirierenden Smalltalk wertvolle Punkte zu sammeln. Jedoch: Die Kommunikation verläuft zäh wie die Wartezeit in einem Zahnarztstuhl. Was machen Sie nur falsch?

Hüten Sie sich vor diesen drei ebenso verbreiteten wie verhängnisvollen Fehlern, die Ihre Versuche zu inspirierender Konversation im Keim ersticken! Folgen Sie den einfachen Empfehlungen in den folgenden Absätzen und lassen Sie sich überraschen, wie einfach Sie in Zukunft Ihre Gesprächspartner fesseln.

Smalltalk ist out. Smart Talk ist in! Lesen Sie hier, wie das geht:

Fehler Nr.1: Geschlossene Fragen!

 Es ist ja gut gemeint. Sie wollen mit einer leichten, harmlosen Frage den Kontakt herstellen, ohne de anderen gleich zu nahe zu rücken. Sie fragen: „Wie geht es Ihnen?“, „Wie war Ihr Urlaub?“, „Wie kommen Sie voran?“, „Willst du auch einen Kaffee?“, „Wie heißt du?“.

Das Problem bei all diesen Fragen: Sie laden Ihren Gegenüber ein, mit nur einem Wort oder einer kurzen Phrase zu antworten. „Gut.“, „Zu kurz.“, „Muss ja.“, „Ja.“, „Anna.“. In dem Wunsch, ein Gespräch in Gang zu bringen, stellen Sie die nächste Frage: „Haben Sie schon dies oder das?“, „Wo waren Sie denn?“, „Gibt es Probleme?“, „Mit Milch oder Zucker?“, „Bis du öfter hier?“. Die Antworten: „Ja.“, „Griechenland.“, „Nein.“, „Beides.“, „Ja.“. Sie haben wirklich Gutes im Sinn. Und doch: Ihr Ergebnis hat mehr Gemeinsamkeiten mit einem Polizeiverhör als mit einer fruchtbaren Konversation.

Die Lösung: Suchen Sie nicht Antworten! Suchen Sie Geschichten!

Laden Sie Ihre Gesprächspartner mit offenen Fragen ein, Ihnen von sich zu erzählen! Statt: „Wie geht es Ihnen?“ fragen Sie: „Was haben Sie heute gemacht?“. Statt „Wie war Ihr Urlaub?“ fragen Sie: „Was war das Seltsamste, was Sie in Ihrem Urlaub erlebt haben?“. Statt „Wie kommen Sie voran?“: „Was sind die Herausforderungen in Ihrem aktuellen Projekt?“.

Offene Fragen sind Einladungen, sich zu öffnen. Unverzichtbar dabei allerdings ist, dass Sie auch wirklich Interesse an der Geschichte Ihres Gegenübers haben. Sind Sie an dem Menschen, mit dem Sie diesen Moment teilen, nicht interessiert, bleiben Sie besser bei den geschlossenen Floskeln und ersparen Sie sich und Ihrem Gesprächspartner das Leid einer qualvoll zähen Unterhaltung.

Weitere Fragen, mit denen Sie den Raum für Geschichten öffnen:

Was war das interessanteste Ereignis Ihrer bisherigen Woche?

Was war Ihr größter subjektiver Erfolg im vergangenen Jahr?

Wer in diesem Raum hat Ihrer Meinung nach den chaotischsten Schreibtisch?

Woher kennen Sie den Gastgeber?

Was verbinden Sie mit dem Geruch von Kaffee?

Was würden Sie heute machen, wenn Sie nicht arbeiten würden?

Wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Wer auf dieser Party ist deiner Meinung nach das hübscheste Paar?

Welche Hobbys hattest du, als du ein Kind warst?

Worauf freust du dich gerade besonders?

Fehler Nr. 2: Die Spiegel-Falle

Es ist doch nur zu verständlich: Wir alle möchten gerne gemocht werden. Wir haben Angst, durch unsere Ecken und Kanten anzustoßen. Aus diesem Bedürfnis heraus stimmen wir häufig unbedacht und uninspiriert zu, wo wir die Chance hätten, einen Ball aufzunehmen und dem Gespräch eine unerwartete und kreative Wende zu geben.

Das klingt dann ungefähr so:

Hans: Was für eine langweilige Besprechung!

Franz: Mann, ja! Das war wirklich langweilig!

Oder:

Sara: Ist das Wetter nicht toll?

Klara: Ja, das Wetter ist wirklich schön heute.

Vergleichen Sie diese Gesprächsauftakte mit den folgenden Beispielen:

Hans: Was für eine langweilige Besprechung!

Franz: Ich habe irgendwann angefangen, zu zählen, wie oft das Wort „eigentlich“ gefallen ist. Ich bin auf 87 Mal gekommen. Und dabei habe ich die erste Viertelstunde nicht mitgezählt. Übrigens entfielen gut 2/3 der „eigentlichs“ auf genau eine Person. Raten Sie mal, wer!

Sara: Ist das Wetter nicht toll?

Klara: Meine Güte, was würde ich dafür geben, heute auf einer Decke im Park zu liegen! Und dazu ein… Was wäre deiner Meinung nach für einen Tag wie heute das beste Getränk?

Was glauben Sie, welche der beiden Varianten eher dazu einladen, statt einem Zweizeiler in ein längeres Gespräch einzusteigen? Welche der beiden Fassungen von Franz und Klara wird Hans und Sara wohl bleibender im Gedächtnis haften? Mit welcher Fassung von Franz und Klara wären Sie lieber eine Stunde lang alleine in einem Fahrstuhl eingesperrt?

Fehler Nr. 3: Die Erwartungs-Erfüllungs-Masche

Eigentlich nur eine Variante von Fehler Nr. 2. Wir antworten so, dass wir die vermuteten Erwartungen unseres Gegenübers erfüllen. Wir trauen uns nicht, dem Gespräch eine kreative Wendung zu geben, sondern plätschern uninspiriert in grauer Einheits-Masche. Das sieht dann so aus:

Mike: Wie war Ihre Anreise?

Maik: Die Anreise war ok.

Annette: Da sind wir endlich.

Anneke: Ja. Endlich sind wir da.

Ulf: Wie geht’s?

Alf: Gut.

Nutzen Sie den flachen Ball Ihres Gegenübers für einen gänzlich unerwarteten Return! Bringen Sie Biss in das flaue Grau-in-Grau! Seien Sie mutig und spontan! Überraschen Sie!

Mike: Wie war Ihre Anreise?

Maik: Mein Butler ist im Urlaub und hat vergessen, vorher den Hubschrauber zu tanken. So musste ich tatsächlich selber Auto fahren. Unglaublich, was einem mit dem heutigen Personal alles passiert!

Annette: Da sind wir endlich.

Anneke: Ach, im Vergleich zu meiner letzten Reise zum Saturn war das hier doch ein Katzensprung.

Ulf: Wie geht’s?

Alf: Das fragt mich mein Arzt bei der Routineuntersuchung auch jedesmal. Was glauben Sie, wie der guckt, wenn ich ihm sage, dass es mir gerade blendend geht? Haben Sie auch so einen Arzt?

Das waren nur Ideen. Ideen, die Funken von Leichtigkeit und Verve in ein uninspiriertes Gespräch einspeisen. Ideen, die Sie inspirieren sollen.

Jetzt sind Sie dran. Seien Sie mutig! Seien Sie kreativ! Trauen Sie sich was! Nur wenn Sie es sich erlauben, anzuecken, zu überraschen und zu provozieren, werden Sie im Gedächtnis Ihrer Gesprächspartner hängen bleiben. Es kann sein, dass Sie dabei Grenzen überschreiten. Aber: Wenn Sie Ihren Gegenüber erstmal zum Schmunzeln gebracht haben, dann prägt dieses Schmunzeln auch die Erinnerung an Sie. Ihre Schüchternheit oder Selbstzweifel mögen versuchen, Sie zu bremsen. Aber halten Sie sich vor Augen: Nur wer eine bleibenden Eindruck hinterlässt, an den wird sich erinnert. Und dass sich die Menschen an Sie erinnern, wenn es wichtig ist, ist doch genau das, was Sie wollen.

Oder?

 

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