klüger fühlen 02 – Eine neue Ordnung der Gefühle

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klüger fühlen!

Inhalt:

klüger fühlen 01 – Warum wir fühlen
klüger fühlen 02 – Eine neue Ordnung der Gefühle
klüger fühlen 03 – Grundgefühle 1. Ordnung
klüger fühlen 04 – Grundgefühle 2. Ordnung
klüger fühlen 05 – Der schillernde Kosmos unserer komplexen Gefühle
klüger fühlen 06 – Klüger fühlen!

klüger fühlen 02:

Eine neue Ordnung der Gefühle
(Nicht schon wieder!)
(Doch.)

„Höchste Weisheiten sind belanglose Daten,
wenn man sie nicht zur Grundlage
von Handlungen und Verhaltensweisen macht.“

Peter F. Drucker

Gefühle sind essenziell bedeutsam für jede menschliche Entscheidung im Leben. Jeder Streit, jede Lüge, jeder Anschlag, jeder Mord beruht auf Gefühlen, die einen Weg suchten, sich zum Ausdruck zu bringen. Das macht die Frage, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen, nicht nur zu einem interessanten Thema für freundschaftliche Plaudereien, sondern zu einer Frage mit einer kulturellen und politischen Dimension.

Es ist dringend an der Zeit, dass wir verstehen, welche Bedeutung der Umgang mit unseren Gefühlen nicht nur auf das Leben hat, das wir führen, sondern auch auf die Kultur, in der wir leben. „Emotionale Kompetenz“ gehört verankert in den Lehrplan jeder Klassenstufe und in das Curriculum aller Studiengänge, die einen pädagogischen, psychologischen oder sozialen Schwerpunkt haben.

Wer seinen Umgang mit den eigenen Gefühlen verändern will, der braucht ein Modell, an Hand dessen er (oder sie) das eigene Handeln ausrichten und überprüfen kann. Ein Modell, das uns auch dabei hilft, die Gefühle unserer Mitmenschen einzuordnen und in nützlicher Weise auf diese zu reagieren.

Die bislang differenzierteste Beschreibung der mannigfaltigen Zustände, die wir im weitesten Sinne als Gefühle kennen, stammt aus der Feder von Rüdiger Vaas und findet sich auf der Seite von spektrum.de (siehe Links!). Ich ziehe meinen Hut vor dieser hochverdichteten Zusammenfassung unseres aktuellen Wissensstands. Vaas beginnt sein Essay mit den Worten:

„Jeder scheint zu wissen, was Emotionen […] sind – bis er sie definieren soll. Doch es gibt weder eine einheitliche Theorie noch eine interdisziplinär akzeptierte Definition von Emotionen.“

Wenn es also bereits jetzt ein unübersichtliche Anzahl unterschiedlichster Theorie-Vorschläge gibt, mit denen auf keinen gemeinsamen Nenner zu kommen ist, warum dann noch ein weiteres Modell? Was ist das neue Feature, das den hier vorliegenden Vorschlag so besonders macht?

Antwort: Dieses Modell taugt nicht nur für intellektuelle Fachsimpeleien, sondern auch für den Alltag.

Es erklärt an Hand von sechs Grundgefühlen in zwei strukturell verschiedenen Klassen (bezeichnet als Grundgefühle 1. & 2. Ordnung) sämtlichen weiteren emotionalen Ausdrücke, Affekte und Stimmungen („Komplexe Gefühle“) in einer Weise, die sowohl ein tieferes Verstehen möglich macht als auch die Handlungsmöglichkeiten im alltäglichen Umgang radikal vereinfacht.

Dieses Modell der Gefühle basiert auf der Annahme, dass jedem unserer Grundgefühle ein klarer evolutionärer Nutzen zu Grunde liegt. Verstehen wir diesen, fällt es uns leichter, die spezifischen Wirkungen der Gefühle auf unsere Wahrnehmung, unser Erinnern und Entscheiden zu betrachten und zu verstehen, was unser System auf neurochemische Weise zum Ausdruck bringt.

In a nutshell

„Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.“
Albert Einstein

Gefühle erscheinen nicht aus dem Nichts.

Sie sind Hinweise unseres Systems in Bezug auf den Zustand bestimmter oder unbestimmter innerer Bedürfnisse. Das, was wir im Außen erleben, hat Auswirkungen darauf, ob wir unsere Bedürfnisse als erfüllt oder als unerfüllt wahrnehmen. Unsere Gefühle sind nicht mehr und nicht weniger als die Antwort unseres Systems auf das, was wir erleben.

Gefühle fühlen sich auch nicht einfach nur irgendwie an. Sie lösen ganz spezifische, eindeutig zu benennende Prozesse in Gehirn und Körper aus, nehmen Einfluss auf Wahrnehmung, Interpretation, Fokus, Erinnerung, geistige Tiefe und sogar auf unsere körperliche Leistungsfähigkeit und weitere Körperfunktionen.

Hierbei ist jedes Gefühl einzigartig in seiner „Signatur“. Wir sind in der Lage, Neid, Eifersucht, Groll, aber auch Dankbarkeit, Stolz oder Vorfreude zu benennen, weil diese Gefühle immer wieder die gleichen Reaktionen in uns hervorrufen. Manche Gefühle jedoch haben eine besonders klare, reine Struktur. Dies sind unsere Grundgefühle: Freude, Ärger, Traurigkeit, Überraschung, Angst und Lust. Hierbei weisen bei näherem Hinsehen die ersten und auch die letzten drei Grundgefühle derart bedeutsame strukturelle Unterschiede auf, dass wir davon ausgehen können, dass diese Gefühlsspektren sich in unterschiedlichen Phasen unserer evolutionären Entwicklung entstanden sind. Sie werden daher als Grundgefühle 1. und 2. Ordnung geführt.

Jedes Grundgefühl kann abhängig von Persönlichkeit, Temperament, Erfahrung und Kontext unterschiedlichen Intensitäten auftreten. In diesem Modell sind für jedes Grundgefühl vier Stufen benannt. Die Übergänge zwischen diesen Stufen sind individuell sehr verschieden, so wie die Einstellung eines Lautstärkereglers für einen Menschen als „zu laut“ und für einen darüber wohnenden Nachbarn als „gerade richtig so“ beurteilt wird.

Alle weiteren („komplexen“) Gefühle bestehen im Kern aus einem oder mehreren dieser Grundgefühle, angereichert um einen oder mehrere „alchemische Gedanken“. Diese zeigen zum Teil interessante Einblicke in das Welt- und in das Selbstbild, das dahinter wirksam ist.

Bevor wir in den folgenden Kapiteln einen näheren Blick auf unsere sechs Grundgefühle werfen, verschaffen wir uns zunächst einmal einen Überblick über die Grundlegende Ordnung der Grund- und komplexen Gefühle:

 

Grundgefühle 1. Ordnung

Die Glückshormone, welche bei der Freude ausgeschüttet werden, führen dazu, dass die Situation, in der wir uns befinden, tiefer und detaillierter erinnert wird. Wir erleben Freude, wenn wir spüren, dass eines (oder mehrere) unserer Bedürfnisse genährt wird (werden). Durch die emotionale Signatur der Freude öffnen wir unsere Sinne, nehmen den Augenblick ganz intensiv wahr und machen ihn so zu einem Teil unserer Erfahrung.

Die Signatur des Ärgers dagegen ist ganz anders. Der Ärger ist eine feurige, aktive Energie. Ärger bringt uns entschlossen in ein Handeln, das das Ziel verfolgt, eine Situation, die wir als nicht nährend, votreilhaft oder angenehm empfinden, zu verändern. Ärger (oder: Entschlossenheit) ist die Kraft, die uns dazu befähigt, aktiv in den Kurs unseres Lebens einzugreifen und das Ruder auf einen neuen Kurs auszurichten.

Wir sehen: Ärger in seiner Grundform hat nichts mit der zerstörerischen Kraft zu tun, in der wir ihn oft erleben. Destruktive Formen des Ärgers (Wut, Rage) oder auch komplexe Gefühle wie Zorn, Hass, Verachtung und andere entwickeln sich vor allen Dingen aus unterdrücktem Ärger, der wieder und wieder gefühlt wird, ohne jedoch nutzbar zum Einsatz gebracht zu werden.

Konfrontiert mit einer Situation, die wir nicht verändern können, entfaltet die Traurigkeit ihre heilende Kraft. Sie leitet einen Prozess des Rückzugs und der inneren Neuorientierung ein. Traurigkeit befähigt uns, anzunehmen, was ist, wie es ist, und sich nicht ändern wird. Je früher wir das annehmen, desto früher können wir unsere Energie auf jene Dinge oder Aspekte lenken, auf die wir Einfluss nehmen können.

Ärger und Traurigkeit werden in diesem Modell als „Geschwisterkräfte“ betrachtet. Da das Leben komplex ist, besteht jede Situation, die uns missfällt und nicht gut tut, aus Aspekten, die wir annehmen müssen, und solchen, die wir ändern können. Ärger und Traurigkeit sind daher niemals weit voneinander entfernt. Zeigt sich das eine, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft auch das andere zeigen.

Freude lehrt uns, was uns nährt, und lässt es uns wieder tun. Ärger bringt uns in eine vorwärtsgerichtete Handlungsenergie, mit der wir unser Leben aktiv beeinflussen. Traurigkeit führt zu schnellstmöglicher Annahme der indiskutablen Faktenlage.

Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass Organismen, die über derartige Reaktionsweisen verfügen, in einer sich wandelnden Umwelt besser auf die Geschehnisse des Lebens eingestellt sind als solche, die diese Möglichkeiten nicht haben. Auf dieser ersten Ebene grundlegender Gefühle braucht es weder ein Konzept von „ich“ noch ein höheres Verständnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Freude, Ärger und Traurigkeit sind sehr direkte emotionale Reaktionen auf Reizerlebnisse im Außen oder Innen. Darum bezeichne ich sie als Grundgefühle erster Ordnung.

Jedem der Grundgefühle sind in diesem Modell vier „Stufen“ zugeordnet, welche unterschiedliche Intensitäten des Grundgefühls benennen:

4 Stufen der Freude: Zustimmung, Freude, Begeisterung, Euphorie

4 Stufen des Ärgers: Ablehnung, Ärger, Wut, Rage

4 Stufen der Traurigkeit: Bedauern, Traurigkeit, Trauer, Verzeiflung

 

Gefühle laden und entladen

Freude, Ärger und Traurigkeit haben noch ein weiteres Feature gemeinsam, das sie von allen anderen Gefühlen trennt: Freude, Ärger und Traurigkeit bauen angestaute emotionale Spannung ab.

Auf den Moment der größten Freude folgt eine Phase tiefer Entspannung. Wenn die Wut und Trauer ganz und gar zum Ausdruck gebracht wurden, entsteht (manchmal urplötzlich) ein Empfinden von Klarheit, Offenheit und Weite. Die meisten Menschen empfinden dies körperlich von der Brust an aufwärts.

Wenn unsere Freude, unser Ärger und unsere Traurigkeit frei fließen können, erzeugen sie durch diesen Prozess ein Empfinden von Leichtigkeit, Offenheit und Klarheit.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir ständig Freudensprünge machen sollten, die Fäuste ballen oder weinen. Diese starken Reaktionen sind eher ein Zeichen für emotionale Ausnahmesituationen. Oder dafür, dass sich zuvor unterdrückte Gefühle abrupt einen Weg an die Oberfläche bahnen.

Leider haben viele der erwachsenen Menschen unserer Zeit bereits früh verlernt, ihre Gefühle auf eine natürliche Weise fließen zu lassen. Stattdessen haben sie gelernt, ihre Gefühle zu unterdrücken. Oder sie ihren Mitmenschen blindwütig um die Ohren zu hauen.

Die Fähigkeit, potenziell destruktive emotionale Energie am Fließen zu hindern, ist eine hilfreiche Eigenschaft, die wir vermutlich mit allen anderen sozialen Tieren teilen.

Unser Nervengeflecht bietet gewisse Kapazitäten, störende emotionale Impulse auf „Pause“ zu setzen und sicher zu lagern. Im Laufe des Lebens nehmen diese Kapazitäten erheblich zu. Allerdings sind und bleiben die Kapazitäten zur Speicherung unpassender Gefühle begrenzt. Wenn wir sie nicht zwischendurch „leeren und säubern“, dann sind sie irgendwann schließlich voll. Was dann passiert, ist stark typabhängig, aber nur selten schön.

 

Grundgefühle 2. Ordnung

Während unsere Grundgefühle erster Ordnung unmittelbar auf das reagieren, was wir erleben, reagieren unsere Grundgefühle zweiter Ordnung auf unsere Erwartung einer Situation. Mithin: ein rein geistiges Produkt. Diese zweite Art von Gefühlen erfordert ein deutlich höheres Maß an geistiger Entwicklung, als dies für die Grundgefühle erster Ordnung nötig ist.

Die zweite Ordnung der Grundgefühle umfasst: Überraschung (über etwas), Lust (auf etwas) und Angst (vor etwas).

Diese Gefühle lösen etwas anderes aus als Freude, Ärger und Traurigkeit. Überraschung , Angst und Lust bringen die Energie in uns nicht ins Fließen, sondern erhöhen zwar den Energiezustand des Systems – nicht selten drastisch! – setzen jedoch gleichzeitig das System auf „Pause“.

Angst empfinden wir dann, wenn wir eine Zukunft erwarten, in der wir Ärger oder Traurigkeit empfinden werden – in einer ihrer Stufen bzw. kristallisiert in einem komplexen Gefühl.

Lust kommt auf, wenn wir an eine Zukunft denken, in der wir erwarten, Freude zu fühlen. Die durch Lust aufgebaute Energie wird später durch konkretes Handeln oder Erleben entweder in Freude transformiert, oder aber sie entlädt sich in eines der anderen Grundgefühle 1. Ordnung bzw. einer komplexen Variante davon.

Überraschung überkommt uns, wenn wir einen Augenblick lang (oder länger) so gar nicht wissen, mit was wir als nächstes rechnen müssen. Etwas ist passiert, auf das wir nicht vorbereitet waren. Das Handeln bricht jäh ab, und das ganze System nimmt mit allen Sinnen Information über seine Umwelt auf.

Auch die Grundgefühle zweiter Ordnung treten in unterschiedlichen Intensitäten auf:

4 Stufen der Überraschung: Verwunderung, Überraschung, Schreck, Schock
4 Stufen der Angst: (An-) Spannung, Vorsicht, Angst, Panik
4 Stufen der Lust: Interesse, Neugier, Lust, Begierde

 

Komplexe Gefühle

Neben diesen 6 Grundgefühlen der 1. und 2. Ordnung kennen wir noch eine geraume und unübersichtliche Anzahl weiterer Gefühle. Dazu gehören:

Eifersucht, Sorge, Mut, Zorn, Mitgefühl, Mitleid, Selbstmitleid, Mitgefühl, Selbstmitgefühl, Groll, Frustration, Verliebtheit, Neid, Missgunst, „Enttäuschung“, Stolz, Scham, Fremdscham, und und und…! Dies ist die schillernde Gruppe der „Komplexen Gefühle“.

In dieser Gruppe finden wir ein Füllhorn unterschiedlichster emotionaler Cocktails, die unser System zu mixen in der Lage ist. Komplexe Gefühle entstehen aus einem oder mehreren Grundgefühlen, gemixt mit Annahmen und Überzeugungen, zumeist in einem milchtrüben Glas serviert.

Sie an dieser Stelle im Einzelnen zu beschreiben, sprengt den hier gegebenen Raum. Hierfür wird an anderer Stelle mehr Platz sein.

Doch vielleicht sehen wir bei genauem Hinschauen bereits jetzt in der Sorge die Angst, in der Scham die Traurigkeit und im Mut den Ärger durchschimmern. Dies kann uns wichtige Hinweise geben in Bezug auf die Intentionen hinter den lauten und den leisen Gefühlen unseres Alltags und unsere Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit ihnen.

 

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Lies hier weiter: klüger fühlen 03 – Grundgefühle 1. Ordnung

 

Inhalt:

klüger fühlen 01 – Warum wir fühlen
klüger fühlen 02 – Eine neue Ordnung der Gefühle
klüger fühlen 03 – Grundgefühle 1. Ordnung
klüger fühlen 04 – Grundgefühle 2. Ordnung
klüger fühlen 05 – Der schillernde Kosmos unserer komplexen Gefühle
klüger fühlen 06 – Klüger fühlen!

 

Die Reihe „klüger fühlen!“
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klüger fühlen 01 – Warum wir fühlen

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klüger fühlen!

Inhalt:

klüger fühlen 01 – Warum wir fühlen
klüger fühlen 02 – Eine neue Ordnung der Gefühle
klüger fühlen 03 – Grundgefühle 1. Ordnung
klüger fühlen 04 – Grundgefühle 2. Ordnung
klüger fühlen 05 – Der schillernde Kosmos der komplexen Gefühle
klüger fühlen 06 – Klüger fühlen!

klüger fühlen 01:

Warum wir fühlen…

Gefühle sind etwas Alltägliches. Als Menschen haben wir beständig mit Gefühlen zu tun – unseren eigenen oder denen unserer Mitmenschen. Emotionale Kompetenz ist daher eine potente Schlüsselfähigkeit, nicht nur im Umgang mit schwierigen Situationen des Alltags, sondern vor allem in der Gestaltung der zwischenmenschlichen Interaktionen und Beziehungen in unserem Leben.

Interessanterweise können nur die wenigsten Menschen benennen, was Gefühle eigentlich sind – geschweige denn, wofür sie gut sind! Von einem reflektierten Umgang mit ihnen ganz zu schweigen.

Es hält sich beständig das Liedlein von den guten und den schlechten Gefühlen mit vielen Strophen darüber, die einen zu mehren und die anderen „loszulassen“. Und das nicht nur bei Laien.

Festmeter an gut gemeinter Ratgeberliteratur füllt die Philosophie der guten und der schlechten Gefühle. In meinen Augen ist diese Sicht auf die Dinge leider nicht nur wenig hilfreich, sondern sogar schädlich für den Menschen, der auf diese Weise denkt.

Da unsere Gefühle, in ihrer ganzen, schillernden Fülle, tiefgreifend mit unserem gesamten System verwoben sind, ist es nicht möglich, Gefühle abzustellen oder sie „loszulassen“. Ob es uns gefällt oder nicht: Unsere Gefühle werden uns begleiten, so lange wir lebendig sind. Und zwar nicht nur diejenigen, die wir gerne mögen.

Was wir allerdings lernen können, ist unsere Gefühle aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten. Einer Perspektive, in der wir sie als energetische Kräfte begreifen, die wir nicht nur erfahren, sondern – in gewissen Grenzen – durchaus zu steuern in der Lage sind.

Hierfür ist es hilfreich, wenn wir verstehen, was die ganze Sache eigentlich soll, das mit dem Fühlen…

 

Down to earth: Gefühle sind biochemische Information

„Lerne die Situation
in der du dich befindest,
insgesamt zu betrachten.“

Miyamoto Musashi

Bar jeder romantischer Verklärung: Das, was wir „Gefühle“ nennen, sind spezifische Reaktionsweisen unseres Organismus auf das, was wir erleben.

Unser Gehirn wertet in jeder Sekunde Millionen von Informationseinheiten aus. Ein Teil dieses Datenstroms betrifft die uns umgebende Welt: Das, was wir erfahren und erleben. Die Welt um uns herum erfahren wir über unsere Sinne. Wie sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen unsere Umwelt:

Gesichtsausdrücke oder Worte, Düfte, Klänge oder Berührungen, Landschaften, Menschen… Daraus besteht die Welt, die uns da draußen umgibt.

Ein anderer Teil der Information, die beständig auf unser Gehirn einströmt, stammt aus uns selbst. Eine Vielzahl der Gespräche, die wir jeden Tag führen, führen wir allein in unserem Geist. Wir alle kennen Gedanken in Form lebhafter Bilder, teils erinnert, teils konstruiert. Auch Phänomene wie der sprichwörtliche Druck auf Kopf, Bauch oder Brust (oder das Gegenteil: Den Kopf, den Bauch, das Herz voller Weite), Wärme- oder Kälteempfindungen und psychosomatische Schmerzen hat jeder und jede von uns schon mal erlebt.

Diese Information erreicht unser Gehirn zunächst einmal schlichtweg als Reiz. Hierbei ist bedeutsam, dass in unserem Kopf dieselben Schaltkreise aktiv sind, wenn wir etwas sehen oder es uns lebhaft vorstellen, ob wir Worte hören oder sie in unseren Gedanken wahrnehmen. Aus der Perspektive unseres Gehirns heraus gibt es keine scharfe Trennlinie zwischen Realität und Vorstellung. Unser Gehirn kennt alleine „Wirklichkeit“ und versteht darunter „das, was wirkt“.

Den eingehenden Reiz vergleicht unser Gehirn mit vergangenen Situationen, die an Hand zumeist unbewusst gewählter Kriterien als Maßstab tauglich scheinen, um eine Aussage über den weiteren Verlauf der Gegenwart oder Zukunft zu ermöglichen. All dies passiert sehr schnell und mit dem Ziel der Vorbereitung einer angemessenen und (hoffentlich!) nützlichen Handlung.

Hierbei ist es wichtig, sich vor Augen zu halten: Daseinszweck unseres Gehirns ist nicht allein, unser Überleben zu sichern. Darüber hinaus liegt seine Bestimmung darin, dafür Sorge zu tragen, dass die Bedürfnisse unseres Systems den Gegebenheiten und Möglichkeiten entsprechend bestmöglich erfüllt sind.

Unser Gehirn schüttet neurochemische Botenstoffe aus und regt Drüsen in unserem Körper dazu an, es ihm gleich zu tun. Diese neurochemischen Botenstoffe, besser bekannt als Hormone und Neurotransmitter, sind nicht mehr und nicht weniger als die biochemische Entsprechung dessen, was wir „Gefühle“ nennen.

Je nachdem, welche Schlüsse unser Gehirn aus seiner Verarbeitung der aktuell darauf einwirkenden Reize zieht, wird der chemische Cocktail unterschiedlich ausfallen – und ebenso wird es die Gefühlslage sein, die sich auf Basis jener Hormone und Neurotransmitter in unserem System einstellt.

So entstehen also unsere Gefühle: In Reaktion auf Außen- oder Innenreize schütten das Gehirn und spezifische Drüsen Botenstoffe aus. Diese bewirken physiologische Veränderungen unseres Systems. Je mehr Erfahrungen wir in der Wahrnehmung und im Umgang mit diesen Zuständen haben, desto klarer sind wir in der Lage, diese Veränderungen in unserem System als emotionale Qualitäten zu identifizieren und zu beschreiben. Wir sagen, wir sind traurig oder wütend oder froh…

So weit, so klar. Diese Mechanismen sind wissenschaftlich unstrittig und den meisten von uns inzwischen gut bekannt.

Aber… Warum genau tun unser Gehirn und unsere Drüsen das eigentlich?!

Um diese Frage zu beantworten, braucht es eine neue Perspektive. Wir verlassen unseren Körper und betrachten „das Große Ganze“. Von hier aus betrachtet stolpert der Mensch nicht mehr als angebliche „Krone der Schöpfung“ über den Planeten, sondern ist nur eines der unzähligen Kinder, die Mutter Natur erschaffen und in diese Welt entlassen hat.

Der Mensch ist nämlich ganz offensichtlich nicht das einzige Tier, das fühlt.

 

Evolutionsneurobiologische Gedanken

„Ich habe, glaube ich, die Zwischenstufe
zwischen Tier und Homo sapiens gefunden:
Wir sind es.“

Konrad Lorenz

Die Evolutionsbiologie hat uns seit den Zeiten Darwins bahnbrechende Erkenntnisse geliefert. Darwins Perspektive auf das Leben erzeugte ein vollkommen neues Verständnis der Prozesse, die unsere Welt formen und nicht zuletzt uns Menschen von dem, was wir waren, zu dem haben werden lassen, was wir heute sind.

Ebenso einschneidend (und für viele damalige Zeitgenossen verstörend) wie Darwins Einsicht in die Verwandtschaft des Menschen mit ausnahmslos allen anderen Lebewesen unseres Planeten (98,5% unseres Erbguts teilen wir mit den Schimpansen, nicht weniger als 50% mit der Banane!) waren die Gedanken, die sich Sigmund Freud, Carl Gustav Jung, Alfred Adler und andere frühe Psychiater und Therapeuten über die Sphären des menschlichen Geistes machten und in ihren Schriften veröffentlichten.

Die wissenschaftliche Forschung entdeckte das Gehirn und begann zu erforschen, welche Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen der organischen Materie in unserem Kopf (und unserem Körper!) und dem bestanden, was wir in unserer Alltagserfahrung als Gedanken, Gefühle, Stimmungen und nicht zuletzt als Persönlichkeit erfahren und beschreiben.

Die Hirnforscher und Neurowissenschaftler des 20. Jahrhunderts waren fleißig. Sie stellten kluge Fragen. Mit immer ausgefeilteren Techniken wurde das Gehirn untersucht, in funktionelle Strukturen klassifiziert und getestet. Heute sind wir in der Lage, die Gehirne lebender Menschen und Tiere in vivo zu beobachten, elektrische Ströme und chemische Signaturen zu messen und zu vergleichen.

Welchen Nutzen können wir aus den Erkenntnissen der Evolutions- und Neurobiologie für den Umgang mit unseren Gefühlen im Alltag ziehen? Ich behaupte: Einen gewaltigen! Wenn wir verstehen, ihre Erkenntnisse zu lesen und zu deuten.

Eine Vielzahl der neurochemischen Prozesse, die unzertrennlich mit unseren Gefühlen verbunden sind, finden in einem Teil unseres Gehirns statt, der „limbisches System“ genannt wird. Weitere Hot Spots finden wir in unseren Geschlechtsdrüsen, den Nebennieren und einigen anderen Organen. Diese organischen Strukturen finden sich nicht nur bei uns Menschen…

Bereits Rochen und Haie haben eine Hypophyse. Gleiches gilt für die Bauchspeicheldrüse. Beide sind bei uns Menschen mit der Ausschüttung einer Vielzahl von Hormonen verbunden, die unsere emotionale Verfassung massiv beeinflussen.

Immerhin seit dem Zeitalter der Amphibien begleitet uns die Erfindung der Adrenalin ausschüttenden Nebennieren. Adrenalin ist beim Menschen eines der zentralen Hormone für die Erzeugung des Gefühls von Ärger. Wir können davon ausgehen, dass derselbe Stoff auch in anderen Organismen einen sehr ähnlichen Effekt hat. Anders gesagt: Auch Frösche, Lurche und Unken wissen vermutlich aus erster Hand, wie es sich anfühlt, wütend zu sein.

Alle Strukturen unseres Körpers wie die der Körper aller anderen Lebewesen auf Erden (und drumzu?) haben sich durch die Mechanismen von Mutation und Selektion hervor gebildet und im Laufe von Jahrmillionen immer weiter entwickelt.

Die Evolution ist eine zwar durchaus kreative, aber eiskalt berechnende Strategin: Jede Mutation bekommt eine reelle Chance. Sollte sie sich als Vorteil entpuppen, wird sie beibehalten, erweitert oder verfeinert. Tut sie dies nicht, wird sie ohne Skrupel oder Wehmut ausgemerzt.

Wir alle wissen: Unsere Gefühle binden nicht selten große Mengen unserer Aufmerksamkeit und Energie. Dennoch haben sich die organischen Strukturen, die die biologische Basis aller Gefühle bilden, bereits vor Hunderten von Millionen Jahren gebildet und seither ununterbrochen erhalten.

Diese beiläufig daher kommende Information ist alles andere als trivial. Sie bedeutet, dass unsere Gefühle einen saftigen evolutionären Vorteil mit sich bringen. Sonst wären sie schlicht nicht über mindestens (!) 250 Millionen Jahre Evolution erhalten geblieben und in unzähligen Lebensformen (unter anderem uns Menschen) darüber hinaus vertieft und weiter entwickelt worden.

Lassen wir uns diese Information auf der Zunge zergehen, bevor wir weiter denken:

Du magst deine Gefühle als positiv oder negativ wahrnehmen. Die Evolution tut dies nicht. Sie hat die Gefühle erschaffen, weil sie sie für nützlich hielt. Jedes einzelne von ihnen.

Was also ist der große Nutzen unserer Gefühle?

 

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Der Mensch als Objekt, als Prozess und als System.

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Der Mensch als Objekt, als Prozess und als System.

Die Auswirkungen unseres Menschenbildes auf unser soziales Miteinander

 

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Bereits zu Urzeiten zogen wir in sozialen Verbänden über den Planeten. Inzwischen haben wir Abkömmlinge aus der Linie der Bonobos und Schimpansen es geschafft, den gesamten Planeten so dicht zu besiedeln, dass kaum mehr ein Fleckchen unberührter Natur zu finden ist.

Wo und wie auch immer wir leben, wir erleben jeden Tag eine Unzahl an Interaktionen mit Mitgliedern unserer Art. Wie diese verlaufen, ist stark abhängig davon, vor welchem Menschenbild wir selbst und unsere Interaktionspartner das, was wir miteinander erleben, interpretieren und deuten.

Hierbei ist zu erwähnen, dass die moderne Psychologie kein gemeinsames Menschenbild aufweist. Je nach Denkschule, Vorbildern und persönlichen Erfahrungen variieren die Modelle, mit denen der Mensch beschrieben wird. Ebenso sehen wir selbst uns selbst und unsere Mitmenschen vor dem Hintergrund grundlegender Annahmen darüber, wer oder was genau eigentlich dieses „ich“ ist, von dem hier alle ständig reden.

 

Objektfokus: Der 3-Dimensionale Mensch

Voraussichtlich betrachtet zur Zeit noch die Mehrheit der Menschen in unserer Kultur die Welt grundlegend als aus kleineren, voneinander verschiedenen Objekten zusammengesetztes Ding. Dies ist ein Baum, das ist ein Fahrrad, das bist du, das bin ich, und das sind Liebe, Freiheit, Glück oder Erfolg.

Ein Ding oder Objekt hat eine Anzahl gleichbleibender Eigenschaften, durch die es sich auszeichnet und beschreiben lässt. Aus dem Objektfokus heraus betrachten wir die Eigenschaften unseres Gegenübers und wissen zügig: Er oder sie ist Mann oder Frau, heimisch oder fremd, wichtig oder unwichtig, Freund oder Feind. Hierin liegt die Stärke des Objektfokus: In der schnellen Klassifikation und Kategorisierung unserer Mitmenschen an Hand leicht zu erfassender äußerer Merkmale.

Menschen mit Objektfokus interessieren sich in Bezug auf ihre Mitmenschen für drei Dinge:

  • Wie sieht er / sie aus?
  • Was sagt er / sie?
    und
  • Was tut er / sie?

Sind diese drei Fragen ausreichend konsistent geklärt, glauben objektfokussierte Menschen leider allzu leicht, sie hätten dadurch ein verlässliches Modell von ihrem Gegenüber. In der Tat zeichnet sich die objektfokussierte Sicht durch eine hohe Trefferquote aus. Menschen, die wir kennen, verhalten sich die allermeiste Zeit über so, wie wir es von ihnen erwarten. In Anbetracht dessen arbeitet die objektfokussierte Sicht radikal einfach und hochgradig energiesparend.

Manchmal allerdings verhalten sich unsere Mitmenschen (oder vielleicht sogar wir selbst uns) in einer Art und Weise, die wir ganz und gar nicht erwartet haben. Ein Mensch mit Objektfokus kommt zu dem Schluss: „Ich habe mich in ihm / ihr / mir geirrt!“ oder auch „Er / sie hat mich getäuscht! Darum kann ich ihm / ihr nicht trauen!“ (auch: „Ich kann mir selbst nicht trauen!“)

Neben den beständigen und nicht immer angenehmen Überraschungsmomenten bringt der Objektfokus einen weiteren gewichtigen Nachteil mit sich: Durch ein Beharren auf „Ich bin so, wie ich bin!“ und „Unsere Beziehung (Objekt!) ist, wie sie ist!“ behindert und verhindert das rein dreidimensionale Menschenbild Entwicklungen und kreative Lösungsmöglichkeiten auf vielen Ebenen. Insbesondere im Angesicht von Schwierigkeiten oder Konflikten führt eine solche Haltung oft dazu, dass sich die Bedingungen für eine gute Lösung der Situation verschlechtern.

Der objektfokussierte Mensch blickt auf die Fotos seiner Vergangenheit und wundert sich über die Veränderungen in Persönlichkeit, Werten oder Stil. Auf die Zukunft blickend ist er davon überzeugt: Seine zukünftige Version ist haargenau derselbe Mensch wie er jetzt ist, nur ein paar Jahre älter selbstverständlich. Wer den Menschen als „Objekt“ sieht, wird sich oft irren. Er übersieht, dass alles, was lebt, in stetiger Entwicklung ist.

 

Prozessfokus: Der 4-dimensionale Mensch

Der prozessorientierte Mensch weiß: „Ich bin eine Geschichte!“ Er weiß: Jeder Augenblick verändert ihn ein winziges Stück. Augenblicke vereinen sich zu Tagen, zu Jahren und Jahrzehnten. Manche Augenblicke, das weiß er, weil er es erfahren hat, verändern sein Leben und sein „ich“ bedeutend mehr als nur ein Stückchen.

Die Sicht auf den Menschen als „Prozess“ beantwortet viele offene Fragen. Wir erkennen, dass die Wurzeln heutigen Verhaltens zum Teil zurückreichen bis in Vergangenheiten, zu denen es keine bewussten Erinnerungen gibt. Allein das Erinnerte jedoch aus unserer eigenen Geschichte oder der eines Mitmenschen macht manches, das wir im Heute erleben, verständlich. Dadurch können wir es leichter annehmen.

Auch macht die prozessfokussierte Sicht Entwicklung leichter. Da das, was ich heute bin, aus meinem Gestern entstanden ist, hat das, was ich heute sage, denke und tue, Auswirkungen darauf, wer ich morgen bin.

Menschen mit Prozessfokus fragen:

  • Was hat er / sie erlebt?
  • Wie hat sich das angefühlt?
  • Was hat das mit ihm / ihr gemacht?
  • Was möchte er / sie gerne erleben?
  • Wo findet er / sie das, was er / sie dazu braucht?

Eine prozesshafte Sicht des Menschen ist eine wichtige Grundlage jedweder medizinischen, psychologischen, pädagogischen oder seelsorgerischen Arbeit. All diese Dienste begleiten und unterstützen Entwicklungen in Richtung von mehr Gesundheit, Lebendigkeit, Wirksamkeit und Bewusstheit.

Dennoch: Auch die Betrachtung des Menschen als „Prozess“ oder „Geschichte“ hat ihre liebe Not damit, wenn es darum geht, Zustände innerer Lähmung, Zerrissenheit oder Selbstsabotage zu erklären.

Warum behindern wir uns so oft selbst in unserer Lebendigkeit und Entwicklung? Warum setzen wir Dinge oder Beziehungen, die wir lieben, leichtfertig auf’s Spiel? Warum handeln wir so oft auf unserem Weg wider besseres Wissen?

Die Frage: „Warum tue ich (tut er / sie) das?“ ist falsch gestellt, weil sie voraussetzt, dass das „ich“, nach dem sie fragt, im Singular existiert. Die Antwort allerdings kommt im Plural. Darum verstehen wir sie nicht.

 

Systemfokus: Der n-dimensionale Mensch

Der Mensch ist bereits als „ich“ ein „wir“. Die Persönlichkeit eines jeden Menschen besteht aus einer Vielzahl miteinander interagierender Teilpersönlichkeiten, die je nach Grad der Selbsterkenntnis und Bewusstheit eines Menschen im Inneren seiner Psyche miteinander in Kontakt, in Kooperation oder Konkurrenz stehen.

Es gibt Menschen, vermutlich sind es in unserem Land nur etwa ein halbes bis anderthalb Prozent, die sind in der Lage, sich selbst und ihre Mitmenschen als derart komplexes System aus inneren Anteilen oder Kräften zu sehen. All unser Denken, Fühlen und Verhalten ist Ausdruck der vielfach wechselwirksamen Prozesse in unserem Inneren.

Jedes einzelne Element dieses Systems „Das bin ich!“ hat eine Geschichte. Es ist zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt im „ich“ entstanden und hat sich fortan im Rahmen seiner Möglichkeiten weiter entwickelt. Jedes Element des Systems stellt also selbst einen Prozess dar. Wenn nicht gar, was noch wahrscheinlicher ist, ein eigenes System.

Wie entsteht ein solches System im Inneren unserer Psyche? Klaus-Peter Horn und Regine Brick beschreiben diesen Prozess in „Das verborgene Netzwerk der Macht“ (Gabal Verlag 2001, S. 180-181) auf folgende Weise:

„[…] Jedes neugeborene, menschliche Wesen ist einzigartig. Wenn Sie Kinder haben, werden Sie dies bestätigen können. Jedes Wesen bringt eine „Seinsqualität“ mit, die es unverwechselbar macht. […] Neben seiner Einzigartigkeit ist es jedoch auch äußerst schutzlos und verletzlich. So ist das Neugeborene für sein Überleben völlig auf Hilfe angewiesen, die natürlicherweise von Mutter und Vater kommt. Wie also entsteht in einem so winzigen Wesen eine Persönlichkeit, die sagt: „Das bin ich. So bin ich.“, „Das ist mein Charakter.“?

Weil dieses kleine Kind für sein Überleben nicht selbst sorgen kann, muss es eine Kontrollinstanz in sich entwickeln, die Hilfe von außen sicherstellt und so seine Verletzlichkeit schützt. Das ist die Geburtsstunde seiner Persönlichkeit. Diese Kontrollinstanz hat die Aufgabe eines inneren „Beschützers/Bewachers“. Die Eigenschaften dieses ersten Teilselbstes, auch Teilpersönlichkeit oder innere Person genannt, können sehr unterschiedlich sein. Sie sind abhängig von Kultur und Land sowie den Lebensumständen, Werten und Normen der Familie, in die es hineingeboren wird. Die wichtigste Aufgabe dieses ersten Teilselbstes ist es, mit allen Mitteln das Überleben sicher zu stellen.

Es bedient sich dazu verschiedener „Helfer“, die sich in Anpassung an die jeweiligen Umstände, unter denen das Kind aufwächst, als weitere Teilpersönlichkeiten entwickeln. […]“

Menschen mit Systemfokus fragen:

  • Mit welchem Teil in mir / dir habe ich es zu tun?
  • Was will dieser Teil in mir / dir?
  • Welche Stimmen gibt es hierzu in mir / dir?
  • Was fühlen diese Stimmen? Was denken sie? Was sind ihre Wünsche oder Forderungen?
  • Welche unterschiedlichen Meinungen, Gefühle oder Strategien gibt es dazu in mir / dir?

Hinter all den lauten und leisen Stimmen, Meinungen und Gefühlen unseres “ich“ liegt unser “selbst”. Auf der Ebene dieser innersten all unserer psychischen Instanzen ist alles Leben nichts als Wahrnehmen, Fokussieren und Entscheiden.

Ein Teil der Wahrnehmungen unseres „selbstes“ stammt aus der Welt da draußen: Das Geräusch des Windes in den Bäumen oder das Streiten der Kinder, die Augen des Liebsten oder das Unterhaltungsangebot auf Netflix, die Empfindungen auf unserer Haut oder der Duft in unserer Nase.

Ein nicht unbedeutend großer anderer Teil der Information jedoch, die unser „selbst“ erhält, stammt aus unserer eigenen Innenwelt, aus unserem „ich“. Hierzu zählen die unzähligen Gedanken, die in Form eines beständigen Flusses aus Worten oder Bildern in unserer Aufmerksamkeit kurz aufpoppen und dann wieder verschwinden. Zu den Kommunikationswegen in unserem System zählen außerdem Körpersymptome wie Wärme oder Kälte, Weite oder Druck, Herzschlag, Atmung usw..

Manche Gedanken poppen auf und gehen nicht wieder weg. Manche Gedanken haben geradezu massive Auswirkungen auf unser gesamts System. Sie verändern unser Denken und Fühlen, unsere Körperhaltung und Mimik, unsere Stimme, unsere Atmung, unsere Aufmerksamkeit, unsere Erinnerungen und nicht zuletzt unser Verhalten. Außen stehende sagen, wir wären „wie ausgetauscht“. Natürlich sind wr das nicht. Und doch liegt diese Beobachtung sehr nahe an der Wahrheit: Ein anderer Teil in uns hat das Ruder übernommen und steuert nun das Schiff, das wir unser Leben nennen.

Wer den Begriff des inneren Systems nicht nur als gefällige Coaching-Metapher verwendet, sondern konsequent durchleuchtet, kann lernen, sich des schillernden Systems in seinem Inneren nicht nur gewahr zu sein und es zu beobachten, sondern aktiv und bewusst auf dieses System einzuwirken.

Wer gelernt hat, aus der Position des „selbstes“ heraus mit den unterschiedlichen Anteilen seiner Persönlichkeit in ein offenes Gespräch zu treten, erlangt dadurch mit der Zeit immer mehr bewussten Zugriff auf sein eigenes Unterbewusstsein und hierdurch vielfältigere Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit sich selbst, den Mitmenschen und dem Leben.

Die aus dieser Erfahrungsqualität im Umgang mit sich selbst entstehende Bewusstheit ist der Schlüssel zu innerer Harmonie, Klarheit und Entschlossenheit. Je besser wir die in uns wirksamen Anteile kennen lernen, desto wahrscheinlicher werden wir erkennen, dass jeder dieser Anteile allein existiert, um uns dabei zu helfen, auf die täglichen Herausforderungen und Fragen des Lebens unsere eigene Antwort zu finden. So wie jeder andere Mensch in unserem Leben auch.

Aus der Perspektive des Systems betrachtet lösen sich die Widersprüche auf. Erfolg oder Entspannung? Geld oder Liebe? Jens oder Jan? Wenn wir den vielfältigen Stimmen in uns wirklich lauschen, lautet die Antwort nicht allzu oft eben nicht „Entweder-Oder“, sondern „Sowohl-Als-Auch“!

Dies ist der Beginn einer neuen Art von Beziehung mit uns selbst (und Anderen!). Erstes Zeichen für diese neue Art des Umgangs (mit uns selbst und Anderen) ist, dass wir beginnen, neue Fragen zu stellen. Wir erkennen, dass die Frage „Will ich dies oder das?!“ auf einer falschen Annahme beruht (Nämlich: Ich will eines von beidem und muss nur herausfinden, welches es ist…) und uns daher zwingend in die Irre führen muss.

Die Fragen, die aus dieser Perspektive auf uns selbst (und Andere) heraus entstehen, sind komplizierter als das alte „Was will ich (eigentlich oder wirklich)?“ Sie erfordern mehr Information, mehr Aufmerksamkeit, mehr Mitgefühl (mit uns selbst und Anderen). Zugegeben: Das kostet eine Menge Energie und Aufmerksamkeit. Diese Sicht auf den Menschen braucht viel Bewusstheit und die Bereitschaft zum Annehmen oder Aushalten unterschiedlicher Impulse, Werte, Wünsche oder Gefühle.

Die Antworten jedoch, die wir erhalten, wenn wir den Mut haben, uns der großen Gleichzeitigkeit des Lebens zu stellen, legen das Fundament für eine vollkommen neue Art der Beziehung und der Kooperation mit uns selbst, unseren Mitmenschen und dem Leben. Wir begegnen uns, zeigen uns und verhandeln miteinander, mit uns selbst und dem Leben, auf einer neuen Basis der Ehrlichkeit, Selbstbewusstheit und Achtung.

Dieses neue Bild des Menschen versetzt uns wie keines der vorhergegangenen Modelle in die Lage, die Tiefe, Weite und Vielfalt in uns selbst und unseren Mitmenschen zu erkennen, zu achten und mit etwas Übung sogar ein bisschen: zu lieben.

Wer den Menschen als System erkennt, wird sich selbst und seinem Gegenüber auf neue Art begegnen. Dieses „neu“ ist gekennzeichnet durch ein Mehr an Selbstvertrauen und Respekt, an Gelassenheit und Mitgefühl, an Präsenz und Wirksamkeit.

Diese Qualitäten in Menschen zu stärken, ist Teil meiner Arbeit als Coach, als Trainer und Mentor.

 

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Führung: AKV – Delegieren, aber richtig!

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AKV: Delegieren, aber richtig!

Immer wieder erlebe ich in meiner Praxis das gleiche Phänomen. Führungskräfte und Unternehmer berichten mir davon, wie überlastet sie sind, welcher immense Druck allein auf ihren Schultern liegt, wie sie Familie, Freundschaften und Gesundheit vernachlässigen, um den Anforderungen ihres Berufs gerecht zu werden. Sie sprechen von ökonomischen Zwängen, vom Druck der Erwartungen, von der Last der Verantwortung, die auf ihnen liegt.

Die Geschichten, die ich höre, haben oft etwas Tragisches an sich. Sie handeln von „eigentlich“ und „aber“. Und sie handeln immer wieder von der Angst. Von der Angst vor Krankheit, emotionalem Zusammenbruch und Burnout. Von der Angst vor Krise, Konflikt und Einsamkeit. Es sind Geschichten der Selbstaufopferung und Selbstaufgabe.

Ausgebrannt und müde, von Lebenspartnern und Kindern entfremdet, schleppen sich die Märtyrer der ökonomischen Moderne von Meeting zu Meeting und warten auf den ebenso vernichtenden wie erlösenden Zusammenbruch.

Es liegt auf der Hand: Sie müssen Aufgaben delegieren, und zwar dringend. Die meisten wissen das. Die Frage ist nur: Wie?

Von Allmachtsphantasien und natürlichen Grenzen

Manche meiner Kollegen diagnostizieren diesen Führungskräften die Illusion der Omnipotenz. Meine Erfahrung ist eine andere. Die Unternehmerinnen, Abteilungsleiter und Geschäftsführer, mit denen ich spreche, vermitteln in aller Regel gerade nicht den Eindruck von Allwissenheit und Überlegenheit. Im Gegenteil. Sie wirken oft ratlos, besorgt und auf der Suche nach Hilfe. Sie spüren die natürlichen Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Nur hat ihnen niemand beigebracht, wie man mit diesen umgehen kann.

Von Zeit zu Zeit kommen Menschen zu mir, die den Zusammenbruch ihrer Gesundheit, ihrer Psyche oder ihrer Familie bereits erlebt haben. Ob Burnout, Krankheit, Unfall oder Scheidung: Das Leben führte ihnen ihre eigenen Grenzen unmissverständlich vor Augen. Viele dieser Menschen sprechen davon, dass das Schicksal ihnen eine gelbe Karte gab. Die meisten von ihnen haben ihre Prioritätensetzung gründlich überdacht und umgestellt. Nicht wenige wurden gerade durch die schmerzhafte Erfahrung des Scheiterns zu besseren Führungskräften als je zuvor.

Wer die eigenen Grenzen so deutlich vor Augen geführt bekam, geht mit sich selbst und anderen nach dieser Erfahrung anders um. Nicht nur, dass ihnen das Delegieren von Aufgaben grundsätzlich leichter fällt. Sie delegieren auch anders. Vielen von ihnen hilft dabei ein sehr einfaches Grundprinzip der Organisationspsychologie. Es trägt den Namen AKV.

AKV: Aufgabe, Kompetenz, Verantwortung

Eine Aufgabe zu delegieren bedeutet mehr, als einem Mitarbeiter zu sagen, was dieser zu tun hat. Wirklich delegiert ist die Aufgabe erst dann, wenn dieser Person nicht nur die Aufgabe, sondern auch die Verantwortung für deren Ausführung übertragen wurde. Hiermit allerdings tun sich viele Führungskräfte schwer – oft zum Leidwesen ihrer Mitarbeiter.

Statt mit dem Mitarbeiter gemeinsam klare Linien und Ziele zu definieren und diesen dann laufen zu lassen, terrorisieren viele Vorgesetzte ihre Teammitglieder durch permanente Kontrolle und unnötige Detailvorgaben.

So gut gemeint dieses Verhalten oft ist („Ich will doch nur helfen…!“), für die Mitarbeiter setzt es ein eindeutiges Signal: Meinen Fähigkeiten, meiner Einschätzung und meiner Erfahrung wird nicht vertraut. Die Folgen: Irritation, Frustration und Resignation. Wie loyal und motiviert wären Sie wohl einem Menschen oder Unternehmen gegenüber, das Ihnen und Ihren Fähigkeiten nicht vertraut?

Mindestens ebensoweit verbreitet ist ein anderes Phänomen: Vorgesetzte übertragen Aufgaben und durchaus auch die Verantwortung dafür, dass diese erfüllt werden. Allerdings fehlt dem Mitarbeiter die für die Erfüllung dieser Aufgabe notwendige Kompetenz.

Ein häufiger Grund hierfür ist der eklatante Personalmangel in vielen Unternehmen. Da es an erfahrenem Personal mangelt, werden Mitarbeiter mit Aufgaben betreut, für die diese nicht die notwendigen Kenntnisse, nicht die Erfahrung oder nicht die emotionale Reife besitzen.

Oftmals spüren diese Mitarbeiter bereits zum Zeitpunkt der Übertragung, dass sie der mit dieser Aufgabe verbundenen Verantwortung nicht gerecht werden können. Sie nehmen sie dennoch an. Eine/r muss es ja tun. Und so steuern sie sehenden Auges dem zwangsläufigen Scheitern entgegen. Dass solche Mitarbeiter einen Gutteil ihrer Energie darauf verwenden, sich in alle Richtungen abzusichern, um hinterher wenigstens belegen zu können, dass nicht sie es sind, die am Scheitern die Schuld tragen, verwundert nicht. Vielleicht ist genau dieses Verhalten im Kern nicht weniger ein klares Zeichen für geistige Gesundheit.

Andere Mitarbeiter hätten zwar die fachlichen Kompetenzen, allerdings fehlen ihnen die Zeit, die finanziellen Mittel oder die notwendige Weisungsbefugnis, um das übertragene Projekt verantwortlich zum erwünschten Ergebnis zu führen. Auch hier sind Frustration und Absicherungsstrategien vorprogrammiert.

Die Aufgabe mag für eine Zeit von Ihrem Schreibtisch verschwunden sein. Fehlt der verantwortlichen Person jedoch die erforderliche Kompetenz, so wird die Aufgabe über kurz oder lang wieder an Ihre Tür klopfen, nun jedoch unter gestiegenem Handlungsbedarf und erhöhter Dringlichkeit.

Wie Sie Aufgaben richtig delegieren

Auch wenn bereits dies für viele Vorgesetzte eine große Hürde ist: Die bloße Bereitschaft, Aufgaben zu delegieren, ist nur der erste Schritt. Wer Aufgaben überträgt, ohne sich über die Aspekte der Kompetenz und Verantwortung Gedanken zu machen, wird am Ende statt weniger Arbeit erheblich mehr zu tun haben.

Wer Aufgaben an Mitarbeiter überträgt, die nicht notwendige Kompetenz oder Bereitschaft haben, für diese auch die Verantwortung zu übernehmen, der wird immer wieder kontrollieren müssen, wohin das Projekt verläuft. Er oder sie wird immer wieder die Zahlen und Terminpläne prüfen, sich bis ins kleinste Detail berichten lassen, um bei Bedarf selbst lenkend einzugreifen.

Erfolgreiches Delegieren besteht nicht im Übertragen von Aufgaben, sondern im Übertragen von Verantwortung. Diese jedoch ist gebunden an die hierfür notwenige Kompetenz. Machen Sie sich dies sehr deutlich: Hat die Person, der Sie eine Aufgabe übertragen nicht die hierfür notwendige Kompetenz, so liegt die Verantwortung für diese Aufgabe weiterhin bei Ihnen – und niemandem sonst.

Hilfreiche Fragen

Je wichtiger und verantwortungsvoller eine Aufgabe ist, desto mehr Zeit sollten Sie sich im Vorfeld nehmen, um die folgenden Fragen zu klären:

  • Hat die Person alle für die erfolgreiche Umsetzung der Aufgabe notwendigen Kompetenzen?
  • Ist die Person bereit und in der Lage, die Verantwortung für diese Aufgabe federführend zu übernehmen?
  • Vertrauen Sie der Person genug, um ihr die Verantwortung für diese Aufgabe zu übertragen?

Falls nicht:

  • Welche objektiven Kompetenzen, Fähigkeiten oder Befugnisse fehlen ihr?
  • Welche persönlichen Zweifel haben Sie selbst an der Eignung dieser Person?
  • Welche Zweifel hat die Person selbst an der erfolgreichen Ausführung?
  • Was wäre objektiv oder subjektiv notwendig, um diesen Mangel zu beheben?

Ich weiß, eine solche Vorbereitung kostet Zeit. Und sehr wahrscheinlich ist gerade Zeit ein Gut, das in Ihrer Position sehr begrenzt ist. Die Zeit jedoch, die diese Vorbereitung kostet, ist klug investiert. Die Zeit, die Sie an dieser Stelle versuchen zu sparen, wird Ihnen sehr wahrscheinlich kurz- oder mittelfristig erneut abverlangt. Nicht selten allerdings mit Zins und Zinseszins. Halten Sie sich das vor Augen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: AKV – Alle Kraft Voraus!

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